Viertelfinale: Niederlande – Schweden (2:0)

Vorbericht:

  • Gastgeber Niederlande tritt im ersten Viertelfinale der Frauen-EM 2017 gegen Schweden an.
  • Puh. Ich muss zugeben, das ist schwer. Die Niederlande, als Gruppensieger mit 9 Punkten und dem unübersehbaren Heimvorteil, ist durchaus ein starker Gegner. Ein starker Gegner, den die schwedische Mannschaft durchaus ernst nehmen sollte, wenn sie gut beraten ist, denn ich fand die Holländerinnen im bisherigen Turnierverlauf wirklich stark.
  • Die Schwedinnen, mit 4 Punkten als Gruppenzweiter, waren sicherlich nicht so souverän. Andererseits, Schweden ist eine Mannschaft mit großer Turniererfahrung, die u.a. auch letztes Jahr bei Olympia große Namen wie z.B. Brasilien rausgeschmissen hat, ehe sie im Finale – mal wieder – an Deutschland scheiterte. Sind die Schwedinnen also vielleicht abgebrühter?
  • Die Spielstatistik der beiden Kontrahenten ist alt (via soccerdonna.de). Das letzte Spiel der beiden war ein Freundschaftsspiel in 2012, das Schweden 2:1 gewann. Davor zahlte man für die Tickets noch in Gulden. Das hilft uns also auch nicht weiter.
  • Der Heimvorteil ist ja auch so ein Ding. Ach, das ist ne ganz schwere Kiste. Ich kann mich nicht entscheiden. Ich denke aber, wir werden mehr als 90 Minuten sehen.
  • Die Siegerinnen dieser Partie treffen übrigens auf die Siegerinnen aus dem Spiel England gegen Frankreich. Beides eine harte Nuss.

Übertragung im Fernsehen und Livestream:
Samstag, 29. Juli 2017 ab 17:40 Uhr auf ZDF und Eurosport 1.

Nachbericht:

  • Ich habe 8 Minuten vor dem Spiel nochmal meinen Tipp geändert. Das ist ein absolut sicheres Zeichen, dass es so kommt wie ursprünglich getippt. Also bitte schön liebe Niederländerinnen, habe ich gerne für euch getan. Sollte ich beim Deutschlandspiel vielleicht auch erwägen. Beim Tippen bin ich ja eh schon wie Norwegen.
  • Zuerst aber das wichtigste: Bibiana Steinhaus hat wieder das Spiel gepfiffen. Von daher super Spiel, so muss das sein!
  • Achso, die Niederländerinnen haben also dank meines kurzfristig geänderten Tipps gewonnen. Zuerst einmal ein Freistoßtor. Im großen Buch der Torhüterinnen (sowas wie der Wöhe für die BWLer) steht vermutlich etwas anderes, als das was die Torfrau da gezeigt hat. Im Kapitel Torwartecke bei Freistößen. Und Lieke Martens (die mal beim FCR Duisburg spielte, kann man nicht oft genug erwähnen) ist vermutlich eine gefürchtete Schützin beim Torwandschießen.
  • Um euch weiter zu langweilen, das zweite Tor war dann ein gut ausgespielter Konter, aus dem Spiel heraus und so gut geflankt, dass es auch Viv Miedema schwer fiel, den noch über oder neben das Tor zu schießen und die Torfrau war irgendwo anders.
  • Die Schwedinnen sind raus. Ja, irgendwie auch verdient. Streckenweise wirkten sie etwas sehr ratlos. Ich musste nachgucken, ob Lotta Schelin überhaupt noch mitspielt.
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Nachberichte 3. Spieltag, Gruppe B

Nachbericht Gruppe B, letzter Spieltag, Russland gegen Deutschland:

  • Gott sei Dank gibt es im Frauenfußball Elfmeter. Sonst hätte die deutsche Mannschaft insgesamt nur ein Tor geschossen und wäre mit 3 Punkten ausgeschieden.
  • Dadurch, dass es aber Elfmeterschießen im Fußball gibt, hat Deutschland 2 Tore erzielen können und ist somit als Gruppensieger ins Viertelfinale eingezogen.
  • Die Aufstellung hatte wenigstens auch mal eine positive Überraschung. Lena Gößling spielte. Das hat sie gut gemacht, auch wenn ich sie eigentlich nicht in der Innenverteidigung sehen würde.
  • Der Torabschluss der deutschen Frauen ist eher suboptimal, auch wenn ich finde, dass sie durch falsche Abseitsentscheidungen benachteiligt wurden. Zweimal Abseits obwohl es keins war? Naja, dafür gab es ja die Elfmeter.
  • Russland, ja, hat auch gespielt.
  • Im Viertelfinale kann man das ja noch verbessern. Da trifft die deutsche Nationalelf auf Dänemark. Bin da sehr gespannt.

Nachbericht Gruppe B, letzter Spieltag, Schweden gegen Italien:

  • Das deutlich torreichere Spiel war Schweden gegen Italien. Vielleicht hätte man das auf dem großen Bildschirm mit Ton genießen sollen. Jedenfalls rieben wir uns immer wieder verwundert die Augen, wenn ein Tor fiel. Und es fielen ja 5.
  • Und wer hätte gedacht, dass Italien dabei das Rennen machen würde. Gut, ich dachte beim Spiel gegen Deutschland war es eher die deutsche Mannschaft die schwächelte, aber tatsächlich können die Italienerinnen ja wirklich was. Haben sie vorher nur nicht so ausleben können bzw. zu spät gewinnbringend einsetzen können. Denn ausgeschieden waren sie ja eh. Aber so scheidet man dann auch wenigstens mit Stil und drei Punkten aus dem Turnier.
  • Aber da Schweden auch weiter kommt, wenn Deutschland gewinnt, stehen auch sie im Viertelfinale und können gegen die Niederlande zeigen, was in ihnen steckt. Da bin ich auf alle Fälle mal gespannt.
Pl. Land Sp. S U N Tore Diff. Punkte
1. Deutschland 3 2 1  0 4:1 +3 7
2. Schweden 3 1 1 1 4:3 +1 4
3. Russland 3 1  0  2 2:5 −3 3
4. Italien 3 1  0  2 5:6 −1 3

Schweden – Italien (2:3)

Vorbericht:

  • Schweden gegen Italien ist das zweite Spiel der Gruppe B und damit auch entscheidend für die Platzierung bzw. das Weiterkommen der deutschen Mannschaft.
  • Die Schwedinnen haben eine gute Ausgangslage, denn ihnen reicht ein Unentschieden, um ohne fremde Hilfe weiter zu kommen.
  • Italien hat vermutlich schon die Koffer gepackt, denn egal wie die Azurblauen spielen, sie müssen als Gruppenletzte nach Hause fahren.
  • Die Italienerinnen waren bisher auch nicht für körperloses Spiel bekannt, sondern hatten es eher so mit ruppigem Fußball. Mal gucken, wie Schweden dagegen hält.
  • Ich finde ja, das schöne an diesem Turnier ist, dass doch die meisten Mannschaften gut mithalten können und das Turnier recht offen ist. Und Italien hat es der deutschen Nationalelf wirklich schwer gemacht. Das war kein sicheres Ding. Machen es die Schwedinnen besser oder überraschen gar die Italienerinnen bei ihrem Abschiedsspiel?

Übertragung im Fernsehen und Livestream:
Dienstag, 25. Juli 2017 um 20:40 Uhr im ZDF-Livestream, Eurosport Player und Eurosport 1 bzw. 2 (was auf dem Free-TV-Kanal übertragen wird, steht noch nicht fest).

Pl. Land Sp. S U N Tore Diff Punkte
1. Schweden  2 1 1 0 2:0  +2 4
2. Deutschland  2 1 1 0 2:1  +1 4
3. Russland  2 1 0 1 2:3  −1 3
4. Italien  2 0 0 2 2:4  −2 0

Nachbericht folgt.

Schweden – Russland (2:0)

Vorbericht:

  • Hart kämpfende Russinnen gegen in Zugzwang befindliche Schwedinnen lautet das erste Duell der Gruppe B am zweiten Spieltag. 10 von 31 Spielen haben bereits stattgefunden, das 11. ist dieses hier.
  • So von der Statistik sollte es eigentlich klar zugunsten der Schwedinnen ausgehen. Oder wenigstens zugunsten, was ist schon klar? Und als stark konnte man den Auftritt der Schwedinnen gegen die deutsche Nationalmannschaft auch nicht unbedingt beschreiben. Andererseits, die Defensive rund um Wolfsburgs Kapitänin Nilla Fischer steht ordentlich.
  • Die Russinnen haben als erstes Team mehr als 2 Tore in einem Spiel dieses Turniers geschossen und sich trotz des Gegentors schon einmal 3 Punkte erspielt. Das sind 2 Punkte mehr als Schweden und Deutschland jeweils haben. Ja, meine Affinität zu Zahlen ist sehr hoch.
  • Allerdings waren die drei Punkte der Russinnen gegen Italien und mit viel viel Kampf zustande gekommen. Etwas, was bei den versierten Schwedinnen oder einer vielleicht etwas härter durchgreifenden Schiedsrichterin schwieriger werden könnte.
  • Daher mein Tipp: Schweden macht es!
  • „In den Farben Blau und Gelb, schönsten Farben dieser Welt …“

Übertragung im Fernsehen und Livestream:
Freitag, den 21. Juli 2017 um 17:50 Uhr in der ARD und Eurosport 1.

Nachbericht:

  • Also erst einmal, schöne Trikots. Russlands hellblau bei den Auswärtstrikots war sehr schön und das Blau-Gelb der Schwedinnen, was wirklich aussieht wie direkt aus dem Eintracht-Braunschweig Fanshop, gefällt mir natürlich auch.
  • Das war jetzt nicht das Spiel der russischen Torfrau. Beide Tore ein Lehrbeispiel für zukünftige Torfrauen, wie man möglichst nicht im oder vor dem Tor agieren sollte. Zum einen Abwehrversuche viel zu weit vor dem Tor, die man nicht erwischt und zum anderen, wie man nicht abschlagen sollte. Bitter. Die Arme.
  • Nach dem, nennen wir es einfach mal ruppigem Spiel gegen Italien, spielte Russland doch eher zurückhaltend und war den Schwedinnen doch recht deutlich unterlegen. Nach den beiden spannenden Spielen der Gruppe A gestern war dieses aus meiner Sicht eher spannungsärmer. Da traute man sich auch mal aufzustehen und Schokolade zu holen.
  • Die Russinnen wurden gegen Ende auch nicht viel besser und so wurde das Spiel auch nicht spannender. Da fällt einem auch nix mehr ein. Wenigstens gab es mehr als ein Tor.
  • Beim Tippspiel hab ich dann doch anders getippt. Dumme Idee.  Denn Unentschieden gab es definitiv nicht.

Deutschland – Schweden (0:0)

Vorbericht:

  • Bei den ersten Testspielen im Herbst vergangenen Jahres schoss es vielen von euch sicherlich auch durch den Kopf, die Frage, das große Warum – nach der Trikotauswahl der DFB-Frauen! Jedenfalls mir ging es so. Denn mal ganz im ernst, wer zur Hölle denkt sich weiße Poloshirts und weiße Hosen dazu aus. Weiße Hosen!!!!!
  • Deutschland, der große Favorit trifft auf seinen ersten Gegner der EM und auch den stärksten der eigenen Gruppe – die Schwedinnen.
  • Rein statistisch braucht man sich da wenig Sorgen zu machen, die Schwedinnen siegten seit 35 Jahren nicht mehr gegen die Deutschen und flogen auch zuletzt bei Olympia, WM und EM gegen das Team der deutschen Frauenfußballerinnen raus. Leider spielen ja nicht die Statistiker, deswegen ist ein wenig Sorge sicherlich nicht unangebracht.
  • Interessant sicherlich auch die Frage, wer tatsächlich im Kader der deutschen Frauen-Fußballnationalmannschaft in der Startelf steht. Ich schätze mal Almuth ist immer noch gesetzt, trotz des groben Schnitzers im Testspiel. Marozsán wird sicherlich auch spielen. Danach ist das schon eher raten, immerhin ist es das erste ernstzunehmende Pflichtspiel von Steffi Jones.
  • Die Schwedinnen sind mir ja sympathisch, allgemein, aber auch dafür, dass sie die Farben Gelb-Blau tragen. Trotzdem hoffe ich mal, dass das Team von Steffi Jones sie in einem packenden Duell einfach so wegputzt.
  • Daher mein Pro-Tipp 3:2 für Deutschland und davon mindestens ein Gegentor, mehr oder weniger selbst verursacht, für den Blutdruck.
  • Und zur Einstimmung sollte sich jeder von euch nochmal das wundervolle Lied der DFB-Frauen zur diesjährigen EM „Jetzt komm‘ wir“ anhören. Mehrmals. Um in Stimmung zu kommen. Na, wer schafft es mehr als einmal?!

Übertragung im Fernsehen und Livestream:
Montag, 17. Juli 2017 ab 20:15 Uhr auf ZDF und Eurosport 1

Zum Nachlesen qualifizierter Meinungen:
Frauen-EM: Dominante DFB-Elf plant nächsten Streich (via womensoccer.de)
„Ein ganz, ganz geiles Turnier“ (via cornerkick.de)

Nachbericht:

  • Die Aufstellung der deutschen Fussballerinnen hat mich schon stark an meinem Tipp zweifeln lassen. Einige Spielerinnen schienen jedenfalls nicht aufgrund ihrer konstant guten bis herausragende Leistung in der vergangenen Saison bzw. Nationalmanschaftsjahr ausgewählt worden zu sein. Ich hoffte also, die Eingebung von Steffi Jones während des Spiels zu verstehen.
  • Ja, hab ich nicht so verstanden. Wenn ich jetzt sagen würde, dass es eine große Freude war, das Spiel zu verfolgen, würde ich die Unwahrheit sagen. Zwischenzeitlich lief ja fast gar nichts.
  • „Russland gegen Italien war mehr Fussball“ interpretiere ich ganz frei die Liebste, die da tatsächlich enthusiastischer war.
  • Daher ein gerechtes Unentschieden. Zwar ein paar gute Chancen, gerade gegen Ende, aber das Tor wurde trotzdem nicht getroffen. Und nur das kürt ja die Siegerinnen. Die deutsche Abwehr hielt tatsächlich, auch wenn da schonnmal ein paar Momente warenm wo man nicht hingucken wollte. Aber die Erwartungen, die die deutsche Nationalelf so medial schürte, finde ich, hat sie nicht erfüllt. Für einen starken Gegner wie Schweden reicht es scheinbar doch noch nicht um das Spiel zu dominieren. Aber man kann sich ja noch steigern. Und die Null steht.